Wie nachhaltig ist eigentlich das Internet bzw. das World Wide Web? Wie nachhaltig surfe ich?
Während wir über Nachhaltigkeit online lesen und schreiben, gerät eine Frage manchmal in Vergessenheit: Welchen Einfluss haben die Informations- und Kommunikationstechnologien auf unsere Ressourcen, den Menschen und die Natur?

Warum ist Nachhaltigkeit im World Wide Web notwendig?

Wenn man sich Gedanken darüber macht, wie viel und was im WWW so alles passiert, wird jedem von uns klar, dass es enorme Datenmengen sind, die da verarbeitet werden müssen. Die für die Verarbeitung benötigten Rechenzentren benötigen enorm viel Energie, damit wir all die Websites, Streaming-Plattformen, Online-Games oder einfach auch nur die Suchanfragen bei Google oder eine E-Mail oder, oder, oder ermöglichen. Natürlich werden unsere Smartphones, PCs oder Laptops immer effizienter, aber es gibt auch immer mehr Endgeräte auf der Welt. Den Rest trägt dann leider unsere Wegwerfgesellschaft dazu bei. Ständig wird das neueste Smartphone oder Tablet gekauft, obwohl das alte gerade einmal 1-2 Jahre alt ist, dann kam der Trend zum Zweitmonitor bei der PC-Nutzung im Privaten und im Büro auf. Dies sind nur zwei kleinere Beispiele, die für einen rapiden Anstieg des Energiebedarfs verantwortlich sind.

Wieviel Energie verbraucht das World Wide Web?

Der genaue Verbrauch des World Wide Web ist aufgrund der Komplexität des Netzes und seiner sich schnell verändernden Natur nicht endgültig zu bestimmen. Die Schätzungen für den gesamten Stromverbrauch des WWW variieren enorm. Ein Grund für die Diskrepanz zwischen den Ergebnissen ist, dass viele Forscher nur einen Teil der Infrastruktur des World Wide Web untersuchen, nämlich die, die wir Internet nennen.

In den letzten Jahren lag der Fokus vor allem auf dem Energieverbrauch von Rechenzentren, in denen die Computer (Server) untergebracht sind, die alle Informationen online speichern. Verglichen dazu wird jedoch mehr Strom durch die Kombination von Endgeräten (Clients, wie z.B. Desktop-PCs, Laptops und Smartphones), die Netzwerkinfrastruktur (Übertragung von digitalen Informationen zwischen Servern und Clients) und den Herstellungsprozess von Servern, Endgeräten und Netzwerkgeräten verbraucht. Ein weiterer Faktor, der die großen Unterschiede in den Ergebnissen erklärt, ist das Timing.

Da die Internet-Infrastruktur wächst und sich so rasant entwickelt, sind die Ergebnisse bezüglich ihres Energieverbrauchs nur punktuell anwendbar. Außerdem ist es wie bei allen wissenschaftlichen Studien und Berechnungen: Sie sind aufgrund von Überzeugungen oder Interessenkonflikten sehr unterschiedlich. So ist beispielsweise jedem bewusst, dass die Untersuchungen einer Organisation wie Greenpeace oder der American Coalition for Clean Coal Electricty einen viel höheren Stromverbrauch sieht als die Studie der Informations- und Kommunikationtechnologieindustrie (IKT) selbst.

Nun kommen die harten Fakten: Wie ist der CO2-Fussabdruck des Internets in Zahlen?

Experten schätzen, dass bis 2020 der Energieverbrauch in Deutschland auf 20% des gesamten deutschen Energieverbrauchs anwächst. Ursachen dafür sind u.a. die stärkere Internet-Nutzung und die steigende Nachfrage nach Cloud-Diensten. Dr. Siegfried Behrendt vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) hat folgende Zahlen ermittelt: Eine einzige Google-Suchanfrage kostet 0,3 Watt. „Okay, das ist noch nicht viel“ denkt ihr? Bei 20 Anfragen sind es aber schon 6 Watt und das entspricht in etwa dem Verbrauch eine Energiesparlampe pro Stunde. Deutschland kommt auf einen jährlichen Verbrauch von 55 Terrawattstunden, umgerechnet sind das 33 Milionen Tonnen CO2 pro Jahr. Um euch diese enormen Zahlen etwas greifbarer zu machen: 5 5 . 0 0 0 . 0 0 0 . 0 0 0, das sind 55 Milliarden Kilowattstunden oder eben die besagten 55 Terrawattstunden. Mit dieser Menge könnte man über zwei Millionen Stadien für 90 Minuten mit Energie versorgen. Oder noch einfacher: Alle Rechenzentren in Frankfurt zusammengenommen verbrauchen mehr Strom als der Frankfurter Flughafen. Wenn ihr Lust auf detaillierte Infos habt, schaut euch gerne unten den Beitrag von Odysso, dem Wissenschaftsmagazin des SWR, an.

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